Event-Culling: 1.500 JPEGs vom Vormittag, Lieferung heute Abend

Aufgefächerte Foto-Karten mit fünf farbigen Kategorie-Tabs (rot Keynote, blau Networking, grün Branding, gelb Details, lila Awards). Vorne die hervorgehobene Keynote-Karte mit goldenem Rahmen. Unten ein Zeitschiene-Hinweis Shoot/Bewertung/Lieferung.

Konferenz, Tag 2. Du hast die Vormittags-Sessions fotografiert: Keynote, Panel, Q&A. Zwischen 9 und 13 Uhr sind 1.500 JPEGs auf die Karte gewandert. Die Veranstalterin will eine Auswahl heute Abend für die LinkedIn-Posts und morgen früh für die Pressemeldung. Du hast vier Stunden Mittagspause plus den Nachmittag — und musst entscheiden, ob du jetzt anfängst zu sichten oder dich am Abend gegen die Uhr hetzt.

Andere Foto-Jobs laufen in Tagen oder Wochen. Event läuft in Stunden.

Was Event-Fotografie ausmacht

Was den Event-Workflow prägt:

  • JPEG dominiert. Volume plus Lieferdruck machen RAW oft unrealistisch — wenig Zeit für Bearbeitung, oft keine farbkritische Print-Pipeline.
  • Volumen kleiner, gefühlt mehr. 500–3.000 JPEGs pro Event sind normal. Weil die Lieferung in Stunden statt Tagen erwartet wird, fühlt es sich an wie das Doppelte.
  • Bewertung in 1–2 Stufen. Keine Album-Auswahl. Du sortierst und lieferst.
  • Kategorie wichtiger als Stern. Die Veranstalterin braucht 5 gute Keynote-Bilder, 10 gute Networking-Shots und 3 Branding-Aufnahmen — nicht "die besten 30 insgesamt".
  • Live-Bewertung während des Events ist Standard, nicht Ausnahme.
  • Retouch fällt weg oder ist minimal — JPEG aus der Kamera ist meist gut genug.

JPEG oder RAW — die Entscheidung vor dem Event

Kein Dogma. Eine Faustregel:

  • High-Volume plus Social-Media plus schnelle Lieferung → JPEG. Du sparst dir Bearbeitungs-Zeit, die du nicht hast.
  • Magazin-Reportage, Print, farbkritische Pipelines → RAW. Wenn Qualität wichtiger ist als Speed.
  • Hybrid (RAW+JPEG) bei gemischten Anforderungen — die JPEGs lieferst du schnell, die RAWs hast du für später, wenn jemand was Größeres druckt.

Bewertung in 1–2 Stufen

Stufe 1 — Roh-Bewertung (1.500 → ~600). Pfeiltasten heiß, X für Reject. Augen-zu, technisch unscharf, doppelte Reihen — weg. Dauer mit FlashView: 15–25 Minuten.

Stufe 2 — Kategorisiert selektieren (600 → ~120 für die Lieferung). Pro Kategorie die besten paar markieren. Hier kommt das Farb-System (siehe nächster Abschnitt) statt klassischer Sterne.

Kategorisierung statt nur Bewertung

Bei Events sind nicht alle Bilder gleich wichtig — wichtig ist, dass jede Kategorie abgedeckt ist. Farb-Labels in FlashView erledigen das ohne Mehraufwand:

  • Rot für Sprecher-Aufnahmen (Keynote, Panel, Q&A)
  • Blau für Networking und Atmosphäre
  • Grün für Branding-Shots (Bühnenbild, Logos, Sponsoren-Walls)
  • Gelb für Detailaufnahmen (Produkte, Plakate, Catering)
  • Lila für Sonderbilder (Award-Übergaben, VIP-Momente)

Nach Stufe 2 filterst du nach Farbe und lieferst pro Kategorie sortiert. Die Veranstalterin bekommt nicht 120 ungeordnete Bilder, sondern fünf saubere Kategorien — und kann direkt für den jeweiligen Kanal weiterarbeiten.

Live-Bewertung in den Pausen

Der größte Hebel: nicht abwarten bis abends, sondern in den Session-Pausen schon sichten. Notebook plus Card-Reader auf dem Pressetisch, FlashView auf dem aktuellen Ordner — in 15 Minuten Kaffeepause schaffst du locker die Roh-Bewertung der letzten Session.

Vorteil: am Ende des Tages bist du fast fertig. Während andere Fotografen erst beim Abendessen mit dem Sichten anfangen, schickst du der Veranstalterin die Auswahl schon raus.

Veranstalterin will selbst picken?

Manchmal will die PR-Abteilung selbst entscheiden, welche Bilder rausgehen — vor allem bei VIP- oder Sponsoren-Themen. Statt PDFs mit Vorschau-Galerien und Bildnummer-Listen per Mail gibt es einen Gast-Share via Nextcloud + StarRate: die Veranstalterin pickt im Browser, ihre Picks landen direkt im JPEG als XMP. Du filterst danach nach ihren Picks und packst genau diese in den Lieferordner. Kein manuelles Übertragen — die Picks wandern direkt in die Datei statt durch Mail-Wechsel. Die Details stehen im Nextcloud-Foto-Workflow-Artikel.

Was nimmst du wann?

Knapp:

  • FlashView für alles: Bewertung, Kategorisieren mit Farb-Labels, Live-Sichten in den Pausen. Schnell genug für JPEG-Volume ohne Wartezeit, und der eingebettete-JPEG-Trick (siehe RAW-Sichten-Artikel) macht auch RAW-Bursts erträglich.
  • StarRate optional, wenn die Veranstalterin selbst picken soll.
  • Lightroom nur, wenn du RAW geschossen hast und ein Bearbeitungs-Schritt nötig ist. Bei reinem JPEG-Workflow kannst du es überspringen.

Was übrig bleibt

Sechs Uhr abends, Konferenz ist vorbei. Statt jetzt anzufangen, schickst du der Veranstalterin den Lieferordner — kategorisiert, sortiert, lieferfertig. Die LinkedIn-Posts gehen heute Abend raus, die Pressebilder morgen früh.

Vom Stage zur Story in Stunden statt Tagen.

Wer FlashView dafür ausprobieren möchte, findet es unter flashview.net.